© 2020 Dr. med. Valerie Arrowsmith

TRADITIONELLE

CHINESISCHE MEDIZIN

 

Die jahrtausendealte, eigenständige und umfassende Gesundheitslehre basiert auf der Grundannahme, dass alle Prozesse im menschlichen Köper nach Gleichgewicht streben und hierbei einer bestimmten Regulation unterliegen.

Diese Regulation beschreibt die Chinesische Medizin anhand der Lehre von Yin und Yang, zwei polaren Kräften, die im steten Wechselspiel die Lebensenergie Qi hervorbringen. Gesundheit ist gekennzeichnet durch ein Gleichgewicht zwischen Yin und Yang und das freie Fließen der Energie Qi. Kommt es zu einem energetischen Ungleichgewicht oder Qi- Blockaden im Organismus, können Krankheiten entstehen. Beschwerden, die wir entwickeln, werden als Signale unseres Körpers verstanden, um auf dieses Ungleichgewicht aufmerksam zu machen und dafür zu sorgen, dass wir uns kümmern. 

Eine Krankheitsdiagnose erfolgt in der Traditionellen Chinesischen Medizin nicht über technische Messergebnisse, sondern es werden Befindlichkeit und körperliche Befunde des Patienten (insbesondere Puls- und Zungendiagnose) herangezogen. Auf diese Weise können Gesundheitsprobleme oft schon sehr früh identifiziert werden. 

Aus Sicht der modernen Medizin beschreibt die Chinesische Medizin Störungen der vegetativen Regulation, also eine Fehlfunktion des autonomen Nervensystems. Bestehen diese für längere Zeit und werden nicht behandelt, entstehen organische Schäden, die dann auch technisch messbar sind.

 

WENN DER MENSCH AUS DEM GLEICHGEWICHT KOMMT...

Sie würden es sicher Beschwerden nennen, die Chinesische Medizin bezeichnet sie als Disharmoniemuster und sieht dafür drei Hauptursachen: Zum einen ein herabgesetztes oder mangelndes Anpassungsvermögen an die Lebensbedingungen und das Umfeld (emotional, körperlich, seelisch), zum anderen eine unausgewogene Ernährung und mangelnde Bewegung und last but not least überstarke oder unterdrückte Emotionen.

 

Regulative Funktionsstörungen haben immer Auswirkungen auf den gesamten Körper. Deshalb werden in der Chinesischen Medizin Konstitution, Körper, Verstand und Seele als Gesamtheit betrachtet, untersucht und behandelt. Das ermöglicht oft einen tiefgreifenden Heilungsprozess und eignet sich besonders gut für die Behandlung von psycho-somatischen und vegetativen Beschwerden.

 

Die Traditionelle Chinesische Medizin bietet Erklärungs- und Behandlungsansätze für nahezu alle Erkrankungen in der westlichen Welt. In den folgenden Anwendungsgebieten haben ich und meine Patienten positive Erfahrungen gesammelt:

 

Schmerzerkrankungen

Migräne und andere Kopfschmerzformen, Rückenschmerzen und Ischialgie, Nacken- und Schulterschmerzen, chronische Hüft- und Kniegelenksschmerzen, Karpaltunnelsyndrom, Sehnen- und Gelenkschmerzen, Zahnschmerzen, Fibromyalgie, Postoperative Schmerzen 

 

Psycho-vegetative Beschwerden

Ängstlichkeit, depressive Verstimmung, Schlafstörung, stress-assoziierte Beschwerden, Burn-Out, Erschöpfung, innere Unruhe, Herzrasen- oder stechen, Blutdruckschwankungen 

 

Verdauungsbeschwerden

Durchfall, Verstopfung, Reizdarmsyndrom, Oberbauchbeschwerden wie saures Aufstoßen, Reflux, Übelkeit, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (M. Crohn, Colitis Ulcerosa), Nahrungsmittelunverträglichkeiten 

 

Erkrankungen der Atemwege

Asthma bronchiale, Allergien, chronische Sinusitis, Husten, Infektanfälligkeit 

 

Gynäkologische Erkrankungen und Geburtshilfe

jegliche Menstruationsbeschwerden, Störungen der Fruchtbarkeit, Endometriose, Polyzystische Ovarien, Wechseljahresbeschwerden, Schwangerschaftserbrechen, Geburtsvorbereitung, Brustentzündungen 

 

Neurologische Erkrankungen

Gesichtslähmungen, Schwindel, Taubheitsgefühl, Tinnitus, Nachsorge bei Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson’s, Neuropathie, Neuralgien (Trigeminus, Gürtelrose) 

 

Uro-genitale Beschwerden

chronische Blasenentzündung, Reizblase, Harndrang

 

THERAPEUTISCHE

METHODEN

Wer den sanften Weg gehen möchte, der Natur und uralten Rezepten vertraut und seinem Körper Kraft zur Selbstheilung geben will, der findet in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine Vielzahl von therapeutischen Methoden:
 
Akupunktur 

Nach dem Verständnis der TCM wird der Mensch von der Lebensenergie Qi durchströmt. Sie fließt entlang definierter Leitbahnen, auch Meridiane genannt, und kann mithilfe von Akupunkturnadeln gezielt gesteuert werden. Hierbei hat jeder Akupunkturpunkt eine spezifische Wirkung auf das Energiesystem des Körpers. Ziel der Behandlung ist es, dem Organismus die entsprechenden Impulse zu geben, damit er Blockaden lösen und Heilkräfte freisetzen kann. Für Beschwerden des Bewegungsapparates haben sich die Triggerakupunktur und das Akutaping als sehr effektive Behandlungsmethoden erwiesen.

 

Schröpftherapie

Unter Vakuum stehende Schröpfgläser werden auf die Haut gesetzt. Die Behandlung geschieht vornehmlich auf dem Rücken, wo durch Lockerung von Muskelverspannungen eine Schmerzlinderung herbeigeführt werden kann. Zudem steigert das Schröpfen die Durchblutung und den Lymphfluss der behandelten Areale und regt somit den Stoffwechsel und das Immunsystem an. 

Moxibution

Eine Wärmebehandlung bestimmter Akupunkturpunkte, um dem Körper Wärme und Qi zuzuführen. Meistens werden getrocknete und fein geriebene Blätter der Beifuß-Pflanze (Artemesia vulgaris) in eine Zigarre oder einen Kegel gepresst und glimmend über das betroffene Areal gehalten.

 

Chinesische Kräuterheilkunde 

Die pharmazeutische Therapie der chinesischen Medizin verwendet vorwiegend pflanzliche Bestandteile wie Wurzeln, Blätter, Blüten, Samen und Früchte oder auch Mineralien. Die Heilkräuter werden seit Jahrtausenden entsprechend ihren energetischen Eigenschaften, ihrem medizinischen Nutzen und ihrer spezifischen Wirkung eingesetzt. Aus einer Vielzahl von Kräutern wird eine auf die TCM- Diagnose des Patienten abgestimmte Kräutermischung verschrieben und in der Regel als Tee eingenommen. In Deutschland gibt es eine Reihe von zertifizierten Apotheken und anerkannten Speziallabors, die durch strenge Qualitätskontrollen hochwertige und schadstofffreie Produkte anbieten.

 

Chinesische Ernährungslehre 

Ernährung ist ein integraler Bestandteil jeder TCM-Therapie und dient der Unterstützung und Verstärkung der Behandlung. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil und in der Ernährung verbessern oft deutlich das Wohlbefinden des Patienten.

 

Tuina 

Mit der chinesischen Massage können Muskelverspannungen gelindert, Akupressurpunkte reguliert, Energie-Meridiane geöffnet und der Qi-Fluss stimuliert werden.

 

Qi Gong  

Ein System aus Atem- und Bewegungsübungen lenkt unsere Aufmerksamkeit nach Innen und schärft unser Körperbewusstsein. Wir lernen den Fluss von Qi in unserem Körper wahrzunehmen sowie Gelenke und Muskeln zu entspannen.